BERATRONIC
Dickkupfer-Leiterplatten
Heavy Copper PCB
Was sind Dickkupfer-Leiterplatten?
Bei einer klassischen Leiterplatte werden häufig Kupferstärken von 18 µm, 35 µm oder 70 µm verwendet. Von Dickkupfer beziehungsweise Heavy Copper wird in der Praxis häufig ab einer Kupferstärke von etwa 105 µm – entsprechend ungefähr 3 oz Kupfer – gesprochen.
Je nach Aufbau können deutlich höhere Kupferstärken eingesetzt werden, beispielsweise 105 µm, 140 µm, 175 µm, 210 µm oder 400 µm usw.
Das Dickkupfer kann sowohl auf den Außenlagen als auch auf den Innenlagen einer Leiterplatte eingesetzt werden. Insbesondere bei Multilayer-Leiterplatten ist dadurch eine Kombination aus Leistungs- und Steuerelektronik auf einer einzigen Leiterplatte möglich.
So können beispielsweise hohe Ströme über dicke Kupferstrukturen auf den Innenlagen geführt werden, während auf den Außenlagen feinere Leiterstrukturen für Signal- und Steuerschaltungen realisiert werden.
Dickkupfer-Leiterplatten in der Praxis
Mikroschliff eines eingebetteten Copper Coins
Beispiel aus unserer Fertigung:
Kupferstärke: 140 µm
Lagenanzahl: 10
Leiterplattendicke: 2,55 mm
Wann werden Dickkupfer-Leiterplatten eingesetzt?
Typische Anwendungen sind:
- Leistungselektronik
- Stromversorgungen
- Hochstromverteilung
- DC/DC-Wandler
- Wechselrichter und Frequenzumrichter
- Motorsteuerungen und elektrische Antriebe
- Relais- und Sicherungssysteme
- Ladeelektronik und E-Mobility
- Batterie- und Energiespeichersysteme
- Industrieelektronik
- Solar- und Windenergieanlagen
Vorteile
Vorteile von Dickkupfer-Leiterplatten
Hohe Stromtragfähigkeit
Geringerer elektrischer Widerstand
Verbesserte Wärmespreizung
Leistungs- und Steuerelektronik auf einer Leiterplatte
Bei geeigneten Multilayer-Aufbauten können dicke Kupferlagen für Hochstrompfade mit feineren Signalstrukturen kombiniert werden.
Hohe mechanische und thermische Belastbarkeit
Der hohe Kupferanteil kann die Robustheit stromführender Bereiche erhöhen. Gleichzeitig muss der Leiterplattenaufbau jedoch so ausgelegt werden, dass die unterschiedlichen thermischen und mechanischen Eigenschaften von Kupfer, Basismaterial und Prepreg berücksichtigt werden.
Technologische Herausforderungen bei Dickkupfer-Leiterplatten
Einer der wesentlichen Unterschiede liegt im Ätzprozess.
a) Ätzen dicker Kupferschichten
Beim Ätzen wird das Kupfer nicht ausschließlich senkrecht nach unten entfernt. Gleichzeitig findet ein seitlicher Materialabtrag statt.
Je dicker die Kupferschicht ist, desto länger muss geätzt werden. Dadurch steigt auch der seitliche Unterätzungsanteil.
Aus diesem Grund können bei 210 µm oder 400 µm Kupfer nicht dieselben feinen Leiterbahnbreiten und Leiterabstände verwendet werden wie beispielsweise bei 35 µm Kupfer.
Die möglichen Leiterstrukturen müssen deshalb immer gemeinsam mit der verwendeten Kupferstärke betrachtet werden.
b) Verpressen des Multilayers
Auch bei der Laminierung eines Dickkupfer-Multilayers entstehen besondere Anforderungen.
Zwischen stark ausgeprägten Kupferstrukturen müssen die Zwischenräume vollständig mit Harz gefüllt werden. Deshalb sind unter anderem die Auswahl geeigneter Prepregs, der Harzgehalt und die Kupferverteilung innerhalb der einzelnen Lagen entscheidend.
Große Unterschiede zwischen Bereichen mit sehr viel und sehr wenig Kupfer können den Laminierprozess zusätzlich erschweren.
FAQ
Hier beantworten wir die häufigsten Fragen zu Dickkupfer-Leiterplatten
Ab welcher Kupferstärke spricht man von einer Dickkupfer-Leiterplatte?
Eine weltweit einheitliche Grenze existiert nicht. In der Leiterplattenindustrie wird häufig ab etwa 105 µm beziehungsweise 3 oz Kupfer von Heavy Copper oder Dickkupfer gesprochen. Normale Leiterplatten verwenden im Vergleich dazu häufig Kupferstärken von 18 µm, 35 µm oder 70 µm.
Welche Kupferstärken sind bei Dickkupfer-Leiterplatten üblich?
Typische Kupferstärken sind beispielsweise 105 µm, 140 µm, 175 µm und 210 µm. Abhängig vom Leiterplattenaufbau und Fertigungsprozess können auch 400 µm und darüber realisiert werden.
Warum können Dickkupfer-Leiterplatten höhere Ströme übertragen?
Mit zunehmender Kupferdicke steigt der Querschnitt einer Leiterbahn. Dadurch sinkt ihr elektrischer Widerstand und es können bei gleicher Leiterbahnbreite höhere Ströme übertragen werden.
Können unterschiedliche Kupferstärken innerhalb eines Multilayers verwendet werden?
Ja. Abhängig vom Leiterplattenaufbau können beispielsweise dicke Kupfer-Innenlagen zur Stromführung mit dünneren Außenlagen für feinere Signalstrukturen kombiniert werden.
Sind feine Leiterbahnen auch bei Dickkupfer möglich?
Ja. Abhängig vom Leiterplattenaufbau können beispielsweise dicke Kupfer-Innenlagen zur Stromführung mit dünneren Außenlagen für feinere Signalstrukturen kombiniert werden.
Wo werden Heavy Copper PCBs eingesetzt?
Typische Anwendungen befinden sich in der Leistungselektronik, Stromversorgung, E-Mobility, Motorsteuerung, Ladeelektronik, Energiespeicherung, erneuerbaren Energien und industriellen Leistungselektronik.